Möbel & Räume Schweiz

Inszenierte Stube um 1970. Individualistische und unkonventionelle Möbel prägen den Wohnraum.
©Schweizerisches Nationalmuseum
Das Landesmuseum Zürich zeigt nach letztjähriger Einrichtung des Bahnhofflügels seit dem 25. Juni 2010 auch im Westflügel eine permanente Ausstellung: «Möbel & Räume Schweiz». Sie präsentiert Innenräume und Möbel der Sammlung des Schweizerischen Nationalmuseums. Ausgangspunkt bilden die eingebauten Historischen Zimmer, die das Landesmuseum einst weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt machten. In den Räumen vor den Zimmern werden Schweizer Möbel des 20. Jahrhunderts inszeniert.
Die elf getäferten Historischen Zimmer im Landesmuseum Zürich wurden 1898 in der Absicht eingebaut, schweizerische Handwerkskunst und vorbildhafte Wohn-kultur zu zeigen. Historische Zimmer sind Räume, die von ihrem originalen Standort in ein Museum transferiert und dort eingebaut wurden. So finden sich im Landes-museum Zürich unter anderem Zimmer aus dem Kloster Fraumünster, dem Kloster Oetenbach, eine Prunkstube aus dem Palazzo Pestalozzi-Castelvetro aus Chiavenna, die Visitenstube aus der Rosenburg Stans, die Stube aus Schloss Wiggen oder eine rekonstruierte Klosterapotheke. In der heutigen Präsentation wird der Fokus auf die kunsthandwerklichen und erzählerischen Elemente der Zimmer gelegt. Die neue Lichtführung erhellt bisher Verborgenes: Amüsante Fabeln, weisse Elefanten, kecke Nackte und manch eindrücklicher Drache können in den gotischen Zimmern entdeckt werden. In den Renaissance- und Barockzimmern geht es vor allem um die Thematik Reichtum und Repräsentation. Im bürgerlichen Wohnen des 20. Jahrhunderts wird Reichtum und Ansehen nicht mehr über die Raumarchitektur, sondern vor allem mit den Möbeln ausgedrückt. Man leistete sich kunstvoll gefertigte Einzelstücke, edles Tropenholz oder schmückte sein Heim mit Design-Ikonen. Die Ausstellung «Möbel & Räume Schweiz» macht deutlich, dass die Bedürfnisse der Menschen dieselben scheinen – ob im Mittelalter oder in der modernen Wohnung. Einzig die Möbel und Räume ändern und passen sich neuen Gegebenheiten an.
Szenographie: atelier oï-sa, La Neuveville
Publikation zur Ausstellung: Taschenführer «Möbel & Räume Schweiz». Rundgang und Orientierung durch die Ausstellung mit Exponatsbeispielen. 84 S., in Farbe, mit zahlreichen Abbildungen, erhältlich in D/E oder F/I. CHF 5.-
Geschichte Schweiz

Erneuerung des Soldbündnisses zwischen Ludwig XIV. und Gesandten der Eidgenossenschaft in Paris, 1663 (Detail). Tapisserie. © Schweizerisches Nationalmuseum
Die Ausstellung «GESCHICHTE SCHWEIZ» gibt anhand von vier
Themenbereichen Einblick in die Schweizer Geschichte von den Anfängen
bis hin zur Gegenwart. Der erste Bereich zeigt Migrations- und
Siedlungsgeschichte, der zweite befasst sich mit Religions- und
Geistesgeschichte, im dritten wird Schweizer Politikgeschichte
beleuchtet und der vierte Themenbereich fokussiert die wirtschaftliche
Entwicklung des Landes.
Galerie Sammlungen

Himmelsglobus von Jost Bürgi, 1594. © Schweizerisches Nationalmuseum
«GALERIE SAMMLUNGEN» gewährt erstmals einen repräsentativen Überblick
über die eigenen Sammlungsbestände. In Form von zwanzig Schausammlungen sind kunsthandwerkliche Erzeugnisse höchster Qualität zu sehen. Mit über 820'000
Objekten verfügt das Schweizerische Nationalmuseum über die grösste
Sammlung zur Kulturgeschichte und zum Schweizer Kunsthandwerk.
Waffen und Bekleidung
Der Waffenturm
![]() Ausstellung im sog. Waffenturm |
Die Bestände aus dem alten Zürcher Zeughaus bilden die Grundlage der Waffensammlung des Schweizerischen Nationalmuseums, einer national wie international bedeutenden Sammlung. Die im Waffenturm angesiedelte Schausammlung ist thematisch gegliedert: Von mittelalterlichen Waffen, wie etwa dem Spangenharnisch und Topfhelm von der Gesslerburg in Küssnacht SZ, über barocke Prunk- und Renommierstücke bis hin zu Uniformen der Schweizer Armee aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Die verschiedenen Waffentypen, Uniformen und Ausrüstungen werden in ihrem historischen Umfeld gezeigt und erläutert. |
Kostüme und Trachten
![]() Detail einer Herren-Weste, um 1800 |
Das Schweizerische Nationalmuseum beherbergt die grössten Kostüm- und
Trachtenbestände der Schweiz
und umfasst Damen-, Herren- und Kinderbekleidung des 18.-21.
Jahrhunderts. Aber
auch im Bereich der Flachtextilien verfügt es mit den Leinenstickereien
über
eine Sammlung, die in der Schweiz ohne Vergleich ist. Eine grosse
Qualität der
Sammlung liegt darin, dass im Landesmuseum die Bedeutung von Kostümen
und
Textilien relativ früh erkannt wurde. So stammt ein bedeutender Teil der
Kostüme des 18. Jahrhunderts aus der Sammlung des ersten Direktors des
Landesmuseums Zürich,
Heinrich Angst. |
Sonderheft "Sanierung Schweizerisches Landesmuseum" von TEC21, der Fachzeitschrift für Architektur, Ingenieurwesen und Umwelt.
www.tec21.ch





